Dr. Micha Röhring (MHK): Unsere Persönlichkeit des Tages

Heute steht Dr. Micha Röhring im Mittelpunkt unseres Blogs. Er ist langjähriger Mitarbeiter der Museumslandschaft Hessen Kassel und beschäftigt sich unter anderem mit der Neukonzipierung des Hessischen Landesmuseums.

Dr. Micha Röhring

Micha Röhring, der Geschichte und Informatik studierte, begann seine MHK-Laufbahn im Jahre 1992 als Volontär im Astronomisch-Physikalischen Kabinett der damals noch Staatlichen Museen Kassel. Nach einigen Zwischenstationen ist er seit 2003 im Direktionsstab tätig und für die Museumsentwicklungsplanung zuständig. Micha Röhring erarbeitet also Konzepte für die Zukunft der MHK und kümmert sich um die Koordination der dafür nötigen Projekte.

Ein großer Schwerpunkt seines vielseitigen Aufgabenbereichs liegt auf dem Vorhaben „Museumslandschaft Hessen“. Zu diesem Projekt gehörte unter anderem das 200 Millionen Euro Investitionsprogramm der hessischen Landesregierung, aber auch die Zusammenlegung der Staatlichen Museen Kassel mit den Kasseler Liegenschaften der Verwaltung Staatliche Schlösser und Gärten Hessen (VSG) im Jahr 2006. Darüber hinaus war Micha Röhring an der Vorbereitung der Anmeldung des Bergparks Wilhelmshöhe zum UNESCO-Welterbe beteiligt. Seit der Anerkennung am 23. Juni 2013 ist er auch mitverantwortlich für die Weiterentwicklung der Konzepte, die für die Sicherung und Vermittlung des Welterbes notwendig sind, und beschäftigt sich mit allerhand Fragen, die seit letztem Jahr an Bedeutung gewonnen haben. Sein jetziges Hauptprojekt ist die Neugestaltung des Hessischen Landesmuseums, wozu er sich gleich noch persönlich äußern wird. Zudem gehören die Baumaßnahmen an der Löwenburg und am Ballhaus zu seinen wichtigen Tätigkeitsbereichen.

Micha Röhring begegnet einer täglich wechselnden Vielfalt von Aufgaben. Daher gibt es bei ihm nicht den typischen Arbeitstag – wenn man davon absieht, dass er viel Zeit für Email- und Telefonkorrespondenz sowie lange Besprechungen investiert. Hauptsächlich muss er Koordinationsarbeit leisten, d. h. Kontakte zwischen Projektbeteiligten herstellen, Fortschritte verfolgen, Abläufe aufeinander abgleichen, kritische Situationen erkennen bzw. gegensteuern und vieles, vieles mehr. Schließlich ist Micha Röhring bei der MHK dank seines Studiums auch für den IT-Bereich zuständig. Aus diesem Grund steht er uns etwa bei technischen Fragen rund um den Blog mit Rat und Tat zur Seite – und auch für ein kurzes Interview…

SE: Sie haben ja wirklich einen äußerst vielseitigen und spannenden, aber auch herausfordernden Arbeitsalltag. Wie schaffen Sie es, alle diese Aufgaben und Projekte zu bewältigen, Herr Röhring?

MR: Wichtig ist, dass ich keine dieser Aufgaben alleine bearbeiten kann. Daher ist bei meinen Projekten intensive Teamarbeit gefragt. Ich finde es fantastisch, dass dies bei der MHK nicht nur ein vielstrapaziertes Schlagwort ist. In allen Bereichen trifft man auf ein enormes Engagement und große Unterstützung, in der Bauabteilung ebenso wie in der Gartenabteilung, den Museumssammlungen oder der Restaurierung – um nur einige stellvertretend für alle zu nennen.

SE: Sie beschäftigen sich zurzeit intensiv mit der Neukonzipierung des Hessischen Landesmuseums. Was ist für Sie das Besondere an dieser Einrichtung?

MR: Das Hessische Landesmuseum ist eine herausragende Architektur von Theodor Fischer und als solche ein bedeutendes Baudenkmal. Es ist die einzige nahezu unzerstörte Großarchitektur in den Innenstadt Kassels. Es ist auch nach 100 Jahren ein Museumsbau, der aktuellen Anforderungen sehr gut gewachsen ist.

SE: Und zuletzt eine Frage an Sie, die sicherlich viele unserer Leserinnen und Leser interessiert: Warum wird das Hessische Landesmuseum umgebaut und neukonzipiert?

MR: Das Hessische Landesmuseum hat in seiner Geschichte nur in den ersten zwei Jahrzehnten nach seiner Eröffnung ein in sich schlüssiges Ausstellungskonzept gehabt. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich eine Aneinanderreihung von Provisorien, die dazu führten, dass das Haus überhaupt kein eigenständiges Profil bekam und als Gesamtheit nicht wahrgenommen wurde. Man ging in das Tapetenmuseum oder zur Vor- und Frühgeschichte im Gebäude Landesmuseum, nicht aber in das „Hessische Landesmuseum“. Aus dem inhaltlichen Anspruch, den es bei seiner Gründung hatte, war ein Nebeneinander von Einzelsammlungen geworden. Mit Überzeugungsarbeit und einem Generationenwechsel in der Verantwortlichkeit für die Sammlungen ist es jetzt möglich geworden, aus den Bereichen Vor- und Frühgeschichte, Angewandte Kunst und Volkskunde eine Präsentation zu entwickeln, die über drei Ausstellungsgeschosse die hessische Landes-, Kultur- und Kunstgeschichte von den frühesten Anfängen bis in die Gegenwart zeigen wird. Hier wird ein neues Gesamtbild entstehen, das viele spannende Aspekte zeigen wird und auf das ich sehr neugierig bin.

SE: Herzlichen Dank für das interessante Gespräch mit Ihnen und weiterhin viel Erfolg und Freude bei all Ihren Projekten!

AutorIn: Susann Elsner, Micha Röhring