Die ersten Bauern in Nordhessen

Die ersten Bauern in Nordhessen haben nicht nur im Boden, sondern auch im Depot des Hessischen Landesmuseums Spuren hinterlassen – meist in Form von Gefäßscherben und Steinwerkzeugen, die von archäologischen Ausgrabungen stammen. Sie gehören an den Beginn der so genannten Jungsteinzeit, das heißt in die Zeit vor etwa 7500 – 7000 Jahren. Einige besonders schöne Stücke werden in der neuen Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums in Kassel zu sehen sein.

Was bedeutete der Übergang zur Landwirtschaft für den steinzeitlichen Menschen? Fest steht, dass ihm diese Veränderung eine grundlegende Umstellung seiner Lebensweise abverlangte. Während sich der Jäger und Sammler von dem ernährte, was er in der näheren Umgebung fand, und einfach weiterzog, wenn das Nahrungsangebot erschöpft war, musste er nun Felder bestellen und Vorräte anlegen – Tätigkeiten, die wenigstens Ansätze zur Sesshaftigkeit erforderten. Es verwundert daher auch nicht, dass mit dem Beginn der Landwirtschaft in weiten Teilen Europas erste fest gebaute Siedlungen entstehen: in Nordhessen zum Beispiel bei Arnsbach (Borken), Immenhausen und Gudensberg.

Zu den früh angebauten Pflanzenarten gehörten Emmer und Einkorn (zwei Weizenarten) sowie Hülsenfrüchte, wie Erbsen und Linsen. Die ältesten landwirtschaftlich nutzbaren Haustiere waren Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine. Ihren Ursprung hat die Landwirtschaft im Vorderen Orient. Dort begann sie bereits vor 11000 Jahren.

Autor: Andreas Sattler