Die Sammlungsleiterinnen (1): Dr. Irina Görner

Sie entwickeln das Ausstellungskonzept und schreiben Ausstellungstexte, stimmen sich mit Architekten und Mediengestaltern ab, wählen aus, welche Objekte in die neue Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums in Kassel kommen und kümmern sich um das Tagesgeschäft: die Leiterinnen der Sammlungen Vor- und Frühgeschichte, Angewandte Kunst und Volkskunde der MHK. Sie tragen die wissenschaftliche Verantwortung bei der Neueinrichtung des Hessischen Landesmuseums und sollen daher an dieser Stelle einmal näher vorgestellt werden. Wir beginnen mit Frau Dr. Irina Görner, Leiterin der Sammlung Vor- und Frühgeschichte.

Liebe Frau Görner, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Von was halten wir Sie gerade ab?

(lacht) Von der Recherche für die Begleitpublikation zur neuen Dauerausstellung.

Welchen Berufswunsch hatten Sie mit fünf Jahren?

Wahrscheinlich Archäologin. Ich wollte jedenfalls nie etwas anderes werden.

Wie haben Sie ihren ersten Museumsbesuch in Erinnerung?

Das war sicher ein Naturkundemuseum. Mein Vater und ich haben uns sehr für Paläontologie interessiert, also für Mammuts, Höhlenbären und so weiter. Bevor ich aufs Gymnasium kam, habe ich bei den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim nachgefragt, welche Fächer günstig sind, wenn man Archäologie studieren will. Die haben mir dann Latein und Biologie empfohlen und mich sogar durch ihr Haus geführt.

Wie hat es Sie dann selber ins Museum verschlagen?

Durch Zufall. Erst bei einem Volontariat im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart habe ich gemerkt, dass mir die Museumsarbeit liegt.

Wie würden Sie Ihre Sammlung in Kassel mit drei Schlagworten beschreiben?

Groß – vielfältig – überraschend.

Wenn Sie ein Exponat der neuen Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums in Kassel sein könnten, welches wären Sie dann gerne?

Weiß ich denn auch, was das Exponat weiß?

Ja.

Dann wäre ich am liebsten ein bandkeramischer Topf. So wüsste ich endlich, was die ersten Bauern Nordhessens Leckeres gekocht haben.

Wieso sollen Besucher ins Hessische Landesmuseum in Kassel kommen?

Weil sie dort erfahren, wie sich Nordhessen entwickelt hat – von den Anfängen bis in die Gegenwart. Die neue Dauerausstellung zeigt, mit welchen Schwierigkeiten die Menschen zu kämpfen hatten und welche Lösungen sie gefunden haben, also wie sie zum Beispiel die Eiszeit überlebten oder wie sie im Zweiten Weltkrieg zurechtgekommen sind.

IrinaFrau Dr. Görner arbeitet seit 2002 für die MHK. Davor hat sie in Marburg Archäologie studiert und in Stuttgart ein wissenschaftliches Volontariat im Landesmuseum Württemberg absolviert. Wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch.

AutorInnen: Stefanie Cossalter-Dallmann, Almuth Kölsch, Andreas Sattler

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