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WilkommDer sog. Katzenelnbogische Willkomm aus vergoldetem Silber zählt zu den kunstvollsten und historisch bedeutungsvollsten Prunkgefäßen des deutschen Spätmittelalters. Der heute unbekannte Goldschmied gestaltete die schwere Schenkkanne nach dem Vorbild geböttcherter, weidenumflochtener Holzkannen und schmückte das „darstellende“ Tafelgerät zudem mit weiteren phantastischen Elementen. So sind etwa die Füße des Willkomms als Wachttürme gestaltet und der Ausguss als Greif mit ausgebreiteten Schwingen. An der festlichen Tafel diente die repräsentative Prunkkanne für heißen Gewürzwein zum Ausschank des Willkommenstrunks an die Gäste.

In den Besitz der Landgrafen von Hessen-Kassel gelangte der wertvolle Willkomm nach dem Tod des letzten Grafen Philipp d. Ä. von Katzenelnbogen (1402–1479) als Teil eines beträchtlichen Erbes an Landgraf Heinrich III. von Hessen (1441–1483), der fortan den Beinamen „der Reiche“ trug.

Vielleicht ist Ihnen dieses Glanzstück aus der Schatzkammer der Geschichte aber auch schon an ganz unerwarteter Stelle in Kassel begegnet, denn aktuell schmückt es eine der drei Citycards anlässlich der Neueröffnung des Hessischen Landesmuseums. Ab Ende November können Sie dieses außergewöhnliche Kunstwerk dann auch aus nächster Nähe betrachten und noch mehr überraschende Details dieses Meisterwerks der Goldschmiedekunst entdecken. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Autorin: Stefanie Cossalter-Dallmann