Von Talglichtern und Kienspänen

KerzeSpätestens seit der Zeitumstellung ist es nicht länger zu leugnen: Mit dem Herbst ist auch die dunkle Jahreszeit angebrochen. Viele werden die langen Sommerabende vermissen. Manch einer freut sich aber auch auf die Adventszeit mit ihren hell erleuchteten Weihnachtsmärkten. Und selbst die Sommerliebhaber müssen zugeben, dass Winterabende bei Kerzenlicht ihren Reiz haben. Die damit verbundene schummrige Beleuchtung ist heute vor allem eine nette Abwechslung; für die Menschen der Vorgeschichte war sie jedoch der Normalzustand. Sobald es draußen dämmerte, mussten die meisten Arbeiten eingestellt werden. Im dunklen Wald lässt sich nichts sammeln, niemand kann am Haus bauen oder Fische fangen, und selbst einen Gang ins nächste Dorf wird man sicher nur ungern auf sich genommen haben. „Von Talglichtern und Kienspänen“ weiterlesen

Vom Himmel gefallen: die Regenbogenschüsselchen

Goldener Dreiwirbelstater aus Mardorf.
Goldener Dreiwirbelstater aus Mardorf.

… dass diese Schüsselchen von Kraft der Sonne durch Wirkung influentischer, natürlicher und elementischer Kraft, wenn die Sonne den Regenbogen bescheinet, IN PUNCTO der Zusammenkunft der Sonnenstralen und des Regenbogens gehling erschaffen und also geformiret werden, und hernach herabfallen,[1] würde man heute sicher nicht mehr glauben. Dennoch handelt es sich hier um einen ernst gemeinten Versuch, das Vorkommen der Regenbogenschüsselchen zu erklären. Leonhard Thurneisser (1531-1596), Leibarzt des brandenburgischen Kurfürsten, hat ihn uns aus dem 16. Jahrhundert überliefert, und vielleicht sind Ihnen die Regenbogenschüsselchen ja selber aus Erzählungen bekannt. „Vom Himmel gefallen: die Regenbogenschüsselchen“ weiterlesen

Hier können Sie einpacken…

Auf über 1000 Quadratmetern lagert der Bestand der vor- und frühgeschichtlichen Sammlung
Auf über 1000 Quadratmetern lagert der Bestand der vor- und frühgeschichtlichen Sammlung.

…etwas anderes bleibt einem auch gar nicht übrig, wenn man ein Museum wieder einrichten will! Vom frühmittelalterlichen Grabstein über bis zu 80 cm hohe zerbrechliche Keramikgefäße bis hin zur weniger als 1 cm großen mittelsteinzeitlichen Feuersteinklinge: Alles, was in der neuen Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums präsentiert werden soll, muss heil und sicher aus dem Museumsdepot an seinen neuen Standort im Ausstellungsraum gelangen. Die Sammlung Vor- und Frühgeschichte hat dabei naturgemäß ganz andere Probleme zu bewältigen, als die Abteilung Angewandte Kunst oder die Volkskundesammlung. Es beginnt damit, dass nicht nur einige hundert, sondern rund 2600 Einzelobjekte aus dem rund 1 Million Einzelobjekte umfassenden Gesamtbestand der Sammlung aus unzähligen Kartons anhand ihrer Inventarnummern herausgesucht werden müssen. „Hier können Sie einpacken…“ weiterlesen

Herbstzeit-Sammelzeit

In den letzten Wochen trifft man bei Spaziergängen im Wald immer wieder Menschen, die sich abseits der Wege durchs Dickicht schlagen. Meist haben sie Körbe oder Taschen dabei, und ganz bestimmt ist den wenigsten dieser Pilzliebhaber klar, dass sie sich gerade auf den Spuren mittelsteinzeitlicher Jäger und Sammler bewegen. Denn genau wie diese, vor rund 9000 Jahren, nutzen sie das herbstliche Pilzwachstum im Wald, um ihren Speisezettel zu bereichern. Allerdings ist das Pilzesammeln heute eher ein Freizeitvergnügen, und wenn kein Pilz gefunden wird, ist das nicht schlimm. Für die Menschen des Mesolithikums waren dagegen die Sammelfrüchte des Waldes eine wichtige Ergänzung ihrer Nahrungsvorräte, die sie durch den Winter brachten. „Herbstzeit-Sammelzeit“ weiterlesen