Wegpacken oder Ausstellen – DGV-Fachtagung, 7. bis 8. April 2017

Die Sammlung Volkskunde der Museumslandschaft Hessen Kassel lädt ein zur

23. Fachtagung der DGV-Kommission für Sachkulturforschung und Museum bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (Hessisches Landesmuseum in Kassel) vom 7. bis 8. April 2017

Wegpacken oder Ausstellen – Volkskundliche Sammlungen zwischen Abwicklung und Entwicklung

Volkskundliche bzw. alltagsgeschichtliche Sammlungen und Museen haben im großen Konzert der Kunst- und Kulturhistorischen Museen oft einen schweren Stand. Zu gewöhnlich erscheinen die Sammlungen, zu alltäglich die Objekte, zu lebensnah die erzählte Geschichte. Gleichzeitig aber berühren sie unmittelbar den Erfahrungshorizont ihrer Besucher, die Bezüge zur eigenen Lebenswelt herstellen können. So bieten sich gerade volkskundliche Präsentationen für partizipative Ausstellungsstrategien an. Auch zeigen Ausstellungskonzepte, die die Zuwanderungsgeschichte in ihre Themen integrieren, dass die Volkskunde in einer sich verändernden Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt.

Einige Sammlungen und Museen mit alltagsgeschichtlichem Schwerpunkt haben ihre Dauerausstellung überarbeitet und neue Wege der Präsentation und Vermittlung beschritten. Was haben sie anders gemacht als ihre Vorgänger? Welche Ideen leiteten sie dabei? Welche Rolle spielt dabei die Ausstellungsgestaltung?

Andere Sammlungen wurden weggepackt und der Öffentlichkeit entzogen. Manche Museen kämpfen um ihren Erhalt. Was passiert mit den eingelagerten Objekten? Welche Gründe haben zur Schließung von Museen geführt? Was muss getan werden, damit solche Beispiele nicht Schule machen? Wie kann man dem eigenen Haus die Relevanz verleihen, die es davor bewahrt?

Tagungsprogramm:

Programm_DGV_Tagung_KS

Veranstalter:

Sammlung Volkskunde, Museumslandschaft Hessen Kassel

Kontakt und Organisation:

Dr. Martina Lüdicke, Almuth Kölsch M.A., Museumslandschaft Hessen Kassel, Postfach 410 420, 34066 Kassel, Tel.: 0561 31680 356, Mail: a.koelsch@museum-kassel.de

Tagungsort: 

Sonderausstellungsraum in Ebene 4
Hessisches Landesmuseum, Brüder-Grimm-Platz 5, 34117 Kassel
www.museum-kassel.de

Tagungsgebühr:

Studierende 20 €, dgv-Mitglieder 40 €, Gäste 60 €, Tageskarte 35 €

Anmeldeschluss: Die Tagung ist ausgebucht.

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Straßenbahn-/Bushaltestelle: Rathaus/Fünffensterstraße, Fußweg zum Hessischen Landesmuseum etwa 5 Minuten.

Vom ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe fahren die Straßenbahnlinien 1, 3 und 4 bis zur Haltestelle Rathaus/Fünffensterstraße.

Ein kunstseidener Traum

Etui für Feinstrümpfe

»Hochelastisch, haltbar und transparent«: Damen bewahrten ihre wohl gehegten Feinstrümpfe in den 1950/60er Jahren in Etuis wie diesem auf, gerade auf Reisen oder unterwegs. Sollte es dennoch zur gefürchteten Laufmasche kommen, so war hoffentlich eine Repassierwerkstatt in der Nähe, um die Feinstrümpfe schnell flicken zu lassen. Als die Strümpfe später erschwinglicher wurden, flickte niemand mehr – ganz zur Freude der Strumpfindustrie. Werfen Sie einen Blick in das Feinstrumpf-Etui –  im Hessischen Landesmuseum.

Zum liebevollen Gedenken

Viele Söhne kehrten im Zweiten Weltkrieg nicht mehr nach Hause zurück. Dieses Kreuz erinnert an Aloys Bieker, der wie sein Bruder im Krieg gefallen war. Zusammen mit Fotos der Toten bildete das Erinnerungskreuz in der Küche der Eltern einen privaten Gedächtnisort. Sehen Sie dieses besondere Zeitzeugnis im Hessischen Landesmuseum!

 

Krieg spielen am Küchentisch

1915 erschien das Würfelspiel „Im Schützengraben“. Viele Spieleverlage versuchten, aus der Kriegsbegeisterung der Menschen während des Ersten Weltkrieges Profit zu ziehen und entwickelten entsprechende Gesellschafts- und Kartenspiele. Beim Spiel „Im Schützengraben“ mussten die Spieler acht „Schützengräben“ überwinden. Wer als erster in der Mitte angekommen war, verkündete seinen Sieg mit „3 mal kräftig‚ Hurrah‘“. Mehr erfahren Sie im Hessischen Landesmuseum!

Sie bringen die Haare in Form

Brennschere

Anfang des 20. Jahrhunderts sorgten Brennscheren oder auch Onduliereisen für leichte Wellen im Haar. So formten die Frauen etwa ihren „Bubikopf“, eine damals sehr beliebte Frisur. Sehen Sie sich das zirka 100 Jahre alte Friseurwerkzeug im Hessischen Landesmuseum an!