Winterarbeiten im Staatspark Karlsaue

Auch in der Winterzeit gibt es in den Parks und Gärten der Museumslandschaft viel zu tun. Damit die historischen Anlagen im Frühjahr wieder ihre volle Pracht entfalten können, sind unsere Gärtner und Forstwirte im Einsatz: Laub wird von den Wiesen gesammelt, Bäume werden gefällt, Parkbänke und Papierkörbe repariert. Eine besondere Arbeit in den frostfreien Tagen ist der Rückschnitt von Sträuchern: Hierfür rücken unsere Mitarbeiter nicht mit großem, sondern – man staunt darüber – mit kleinem, wohlbekanntem Gerät aus: Der Gartenschere. Ihr Ziel ist es, die Sträucher so geschickt zu beschneiden, dass die Besucher am Ende gar nicht unterscheiden können, ob  hier der Mensch oder die Natur am Werk war.

Die Gartenschere sorgt für einen natürlichen Eindruck beim Strauchschnitt

Ein radikaler Rückschnitt der Sträucher wäre zwar möglich, würde aber das einheitliche Bild im Park stören, bis sich die Sträucher wieder erholt haben. Um den natürlichen Eindruck zu erhalten, sind deshalb große Sorgfalt und ein reicher Erfahrungsschatz nötig.

Sebastian Noll beim Strauchschnitt in der Karlsaue

Zudem stellen die extremen Wetterereignisse der letzten Jahre eine besondere Herausforderung für unsere Gärtner und Forstwirte dar – so auch der Januar 2018. Statt eines frostigen Winters herrschte Tauwetter mit viel Regen, das den Boden mit Wasser sättigte. Auf den Wiesen entstanden seenartige Landschaften und ein aufgeweichter Boden, auf dem sich die Bäume nur schwer gegen starke Böen, wie die des Sturmtiefs  »Friederike« am 18. Januar wehren konnten.

Umgestürzter Baum nach Sturmtief Friederike

Die Bilanz: ca. 25 Bäume sind dem Sturm zum Opfer gefallen. Darunter zwei über hundertfünfzig Jahre alte Eichen. Viel Arbeit also für unsere Mitarbeiter und im Herbst 2018 wird in zahlreichen Bereichen dann wieder nachgepflanzt.

Markus Viehmann bei Winterarbeiten in der Karlsaue

Moderne Kunst neu erleben: Die Wiedereröffnung der Neuen Galerie II

Kurz vor der Wiedereröffnung am kommenden Wochenende lassen wir Sie heute noch etwas hinter die Kulissen schauen:  Wie die Einrichtung voran geht, fragen wir Elena Pinkwart, Volontärin in der Neuen Galerie.

SH: Welche Fragen beschäftigen Sie gerade am meisten?

EP: Die Kunstwerke hängen, stehen, liegen, laufen jetzt schon fast alle. Nun geht es an die vermeintlich kleineren Arbeiten. Wohin kommen die Sitzbänke? Ein Gemälde wie Hans Makarts Tod der Kleopatra (1875) ist im Sitzen eben besonders gut zu genießen (Abb. 1). In welchem Abstand neben dem Gemälde werden die Objektschilder angebracht? Welche Farbe sollen die Fahnen im Außenbereich der Neuen Galerie haben? Und manchmal auch einfach: Wer kocht jetzt eigentlich den nächsten Kaffee?

Abb. 1, Neue Galerie, Raum 012 im Erdgeschoss. Jetzt u.a. mit Werken von Olga Wisinger-Florian, Hans Makart und Heinrich Faust, MHK

SH: Zum Thema »Hängen«, wie entscheiden Sie eigentlich, welches Gemälde neben welchem  seinen Platz findet?

EP: Manchmal liegen die Entscheidungen auf der Hand, in anderen Fällen sind sie nicht ganz einfach. Die Kunstwerke müssen wechselseitig ihre Herausforderungen annehmen und meistern. Gut beobachten können Sie dies beispielsweise bei den Gemälden Wiesenhang bei Ornans (1862) von Courbet und Mühlen in Montmartre (um 1820) von Georges Michel. Bei letzterem fragt man sich am Ende, warum das Gemälde zuletzt im Depot verwahrt wurde und nicht schon immer an dieser Stelle hing.

Abb. 2, Neue Galerie, Raum 011 mit französischer Malerei und einer Bronzeskulptur von Auguste Rodin, MHK

SH: Ist das mit Skulpturen genauso?

EP: Ja, besonders die Aufgabe Skulpturen zu platzieren braucht Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. Wir musste beispielsweise entscheiden, an welche Stelle Rodins Skulptur Amor und Psyche (1886) rückt. Genau vor das Gemälde von Courbet? Ein wenig mehr rechts? Oder ein wenig mehr links? Schließlich haben wir eine, wie ich finde, passende Lösung gefunden (Abb. 2). Dabei begleitet uns immer der Gedanke, wie die Besucher die Kunstwerke wahrnehmen werden.

SH: Worauf freuen Sie sich am Eröffnungswochenende am Meisten?

EP: Ich freue mich schon darauf, Susan Hillers Video Lost and Found (2016) wiederzusehen. Zuletzt auf der documenta 14 in der Grimmwelt gezeigt, kann man nun im Kinosessel platznehmen und in die fremden Sprachen eintauchen (Abb. 3). Am Wochenende des »Open House« finden Sie mich wahrscheinlich hier. Oder bei einer der zahlreichen angebotenen Führungen. Auf jeden Fall aber am Sonntag, den 28.1. um 10:30 Uhr, wenn ich Sie zu einem Rundgang zur »neuen« Neuen Galerie begrüße.

Abb. 3, Neue Galerie, Videoraum im Obergeschoss für die Arbeit von Susan Hiller Lost and Found (2016), MHK

SH: Eine letzte Frage. Hat dann eigentlich noch jemand Kaffee gekocht?

EP lacht: Ja, meinen Kaffee hab ich am Ende bekommen!

Hier gelangen Sie zum Programm des Eröffnungswochenendes in der Neuen Galerie

Moderne Kunst neu erleben: Die Wiedereröffnung der Neuen Galerie I

Plakat „Moderne Kunst neu erleben“

Am 27. Januar 2018 ist es soweit: Nachdem die documenta 14 in der Neuen Galerie 2017 zu Gast war, eröffnen wir das Haus wieder und laden dazu ein, die Sammlung der Moderne neu zu entdecken.

Hinter den Kulissen: Die Kunst zieht ein

Weiße Wände, leere Räume: ein ungewohntes Bild in der Neuen Galerie. Nach dem Ende der documenta 14 ist das Haus bis auf die Rauminstallationen von Joseph Beuys und Ulrike Grossarth leer. Doch seit kurzem kommt wieder Bewegung in die Sammlung. Über mehrere Wochen hinweg werden die rund 360 Werke in der Dauerausstellung aus den Depots geholt und an die Wände gebracht, wie hier das „Porträt der Familie von Ditfurth“ (1829) von August von der Embde. Während viele Gemälde und Skulpturen an ihre vertrauten Plätze zurückkehren, wird auch Neues zu sehen sein.

Neue Galerie, Gang im OG

Ab Januar 2018: Das ist neu

50 Werke werden in der Dauerausstellung ergänzt. Bislang im Depot aufbewahrt oder in den letzten Jahren erworben, eröffnen sie frische Blicke auf die Sammlung. Zudem rücken neue Themen in den Fokus, etwa die französische Malerei des 19. Jahrhunderts mit Vertretern wie Gustave Courbet und Charles-François Daubigny. Ein weiterer Raum ist Kunstwerken der 1960er bis 1980er Jahre gewidmet, die sich mit Material und Bewegung beschäftigen. Nach aufwendiger Restaurierung wird darin ein kinetisches Objekt von Harry Kramer präsentiert. An anderer Stelle lassen ausgewählte Studien und Ölskizzen den Betrachter einen Blick über die Schulter der Künstler werfen und gewähren – sonst meist verborgene – Einblicke in den Schaffensprozess. Die jüngsten Erwerbungen sind Werke von Miriam Cahn, Nevin Aladağ, Susan Hiller und Edi Hila, die als Teil der documenta 14 in Kassel und Athen tausende Besucher begeistert haben. In der Neuen Galerie treten sie nun in einen spannungsvollen Dialog mit Werken vergangener documenta-Ausstellungen.

Hängung des Gemäldes „Porträt der Familie von Ditfurth“ (1829) von August von der Embde

Open House

Am 27. und 28. Januar 2018 wird die Neue Galerie zum „Open House“ mit freiem Eintritt und Programm für Jung und Alt – besuchen Sie uns und lassen Sie sich überraschen!

Mehr zu den Programmpunkten unter:

http://veranstaltungen.museum-kassel.de/kassel/eroeffnungswochenende-neue-galerie-e505287f6cbbda3b419978f41a165bfc3.html

2018 – Ein neues Jahr mit neuen Angeboten

Speisesaal im Schoss Wilhelmsthal

»Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen« oder wie es ursprünglich hieß: »Weil Speis und Trank in dieser Welt doch Leib und Seel‘ zusammenhält.«; so schrieb es Hinrich Hinsch im Libretto für das 1690 vom Komponisten Johann Philipp Förtsch erdachte Singspiel » Der irrende Ritter Don Quixotte de la Mancia«. Was immer das neue Jahr 2018 uns auch bringen mag, Essen und Trinken zählen zu den existentiellen Dingen unseres Lebens und strukturieren unseren Alltag. Darüber hinaus bestimmen Sie aber auch unser Veranstaltungsprogramm für 2018. Das neue Jahr steht bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) ganz unter dem Motto »Zu Tisch!«.

Die Schlösser, Museen und Parks der MHK bieten ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm rund um das Thema Essen und Trinken an. Dabei ist der Bogen weit gespannt: Vom Blick in die Schlossküche über kunstvolle Arrangements von Obst in den Stillleben der Gemäldegalerie bis hin zu Gärtnertipps und einem Baumschnittkurs in den landgräflichen Obstgärten. Bereits im Januar geht es mit einer Kinderzeit im Schloss Wilhelmshöhe los: »Der König trinkt! Das Bohnenfest«. Aber auch andere Standorte widmen sich dem Thema: Im Hessischen Landesmuseum wird ein Blick auf das Essen in der Steinzeit und die höfische Tischkultur in der Frühen Neuzeit geworfen. Die Schlösser Wilhelmsthal und der Weißensteinflügel von Schloss Wilhelmshöhe mit ihren Speisesälen und der historischen Küche gewähren neue Einblicke. Und in den Gärten der Museumslandschaft werden im Lauf des Jahres immer wieder Führungen zum Thema angeboten: »Die goldenen Äpfel der Karlsaue« oder »Wir haben unsere Insel zum Essen gern!« auf der Insel Siebenbergen sind nur zwei Beispiele.

Historische Küche in Schloss Wilhelmsthal

Höhepunkt des Themenjahres ist am 23. Juni das große Sommerfest an der Orangerie, dass natürlich auch im Zeichen des Mottos »Zu Tisch!« steht. Lassen Sie sich überraschen!

Die MHK beteiligt sich mit dem Themenjahr an der Aktion des Vereins der Schlösser und Gärten Deutschlands »Zu Tisch! Genießen in Schlösser und Gärten« im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres/ European Culture Heritage Year (ECHY).

Bei dieser Kooperation öffnen sich in über sechzig Schlössern, Klöstern und Gärten, historischen Originalschauplätzen wie Küchen, Speise- und Festsälen, Orangerien, Gewächshäusern, Nutzgärten, Vorratskellern, Weinkellern, Eiskellern, Refektorien oder Gebäuden der landwirtschaftlichen Infrastruktur die Türen. Ziel ist es die Vielfalt der europäischen Kultur zu zeigen, die eigene Kultur und ihre Geschichte besser kennen und schätzen zu lernen, was gleichzeitig zur Akzeptanz der kulturellen Identität Anderer beitragen kann.

Anlässlich des Themenjahres hat die Museumslandschaft Hessen Kassel ein Logo entwickelt, mit dem alle Veranstaltungen für eine bessere Auffindbarkeit gekennzeichnet werden. Zudem finden Sie auf unserer Homepage www.museum-kassel.de alle weiteren Informationen zu unseren Aktivitäten im Echy-Jahr.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!

Ein Blog für alle – die MHK bloggt zusammen

Herzlich Willkommen auf dem neuen Blog der Museumslandschaft Hessen Kassel!

Mit dem Start des neuen Jahres werden wir hier nun regelmäßig Blogbeiträge posten, wo Sie mehr über uns und unsere Arbeit erfahren können. Dafür haben wir uns mit allen Sammlungen, Häusern, Parks und Kollegen der MHK zusammengetan und nach interessanten Themen für Sie gesucht. Regelmäßig tolle Neuigkeiten, Blicke hinter die Kulissen und interessante Details zu unserer Arbeit – sehen Sie selbst!