Wasser marsch? Die Hitze und Trockenheit in den Parks

Strahlend blauer Himmel, sonnig-warme Temperaturen und eine leichte Prise – so darf der Sommer sein. Die langanhaltende Hitze dieses Jahr ist jedoch eine Herausforderung für Mensch und Natur. Auch unsere Parks leiden unter der Trockenheit und benötigen besondere Pflege.

Bewässerung des Teppichbeets, Foto MHK

Sowohl im Bergpark als auch in der Karlsaue ist täglich von morgens bis abends ein Kollege aus der Gartenabteilung mit einem 2,5 l3 umfassenden Wassertank unterwegs, um alle Neupflanzungen und Gehölze zu bewässern, die in den letzten 5 Jahren eingesetzt wurden. Die älteren Bäume müssen sich selbst versorgen, sodass es vor allem bei Kastanien und Eichen zu stressbedingten Ausbrüchen – d. h. unvorhersehbarem Abbrechen von Laub, Ästen und Zweigen – kommen kann. Andere Schäden werden erst in den nächsten Jahren zu sehen sein; beispielsweise vertrocknete Baumkronen an Birken und Bergahorn.

Trockenheit in der Karlsaue, Foto MHK

Das Gießwasser wurde bei Regen gesammelt oder kommt aus der Fulda und dem Fontänenteich. Die Wasserspiele speisen sich aus dem Sichelbachteich und können trotz der enormen Trockenheit weiterhin betrieben werden. Um Wasser zu sparen, wird jede Station einige Minuten kürzer inszeniert, damit die Wasserspiele auch bis zum Ende der Saison am 3. Oktober jeden Mittwoch und Sonntag stattfinden können.

Für alle Besucher gilt bei diesen Temperaturen besondere Vorsicht, da eine erhöhte Brandgefahr herrscht. Bitte bewegen Sie dich deshalb verantwortungsvoll in den Parks!

Frisch auf den Tisch: Speisen aus dem Bergpark Wilhelmshöhe

Die Welterbestätte Bergpark Wilhelmshöhe erstreckt sich von dem berühmten Wahrzeichen Kassels – dem Herkules  – über die Kaskaden bis hinunter zum Schloss Wilhelmshöhe. Die einzigartige barocke Anlage entstand im ausgehenden 17. Jahrhundert unter Landgraf Carl und wurde im späten 18. Jahrhundert zum romantischen Landschaftspark ausgeformt.

Dass der Bergpark zu Zeiten der Landgrafen auch zum Anbau von Obst und Gemüse und sogar zur Viehaltung genutzt wurde, wissen jedoch die Wenigsten. Für die Blogparade  #SchlossGenuss des  Vereins »Schlössern und Gärten Deutschlands e.V.« werfen wir einen Blick auf diese spannende Seite des Bergparks.

Eine Zeitreise mit Siegfried Hoss,
Leiter der Hauptabteilung Gärten und Gartenarchitekturen

Wie in vielen Schlossparks sollte das Schöne mit dem Nützlichen verbunden werden. Im »Plan vom Weißenstein« aus dem Jahr 1796 ist gut zu sehen, dass nahe dem Schloss Nutzgärten und Obstplantagen angelegt wurden (siehe Abbildung 1). Für exotische Früchte wie Feigen, Ananas oder Weinstöcke wurden Gewächshäuser gebaut. An diesen warmen Orten zog man auch außergewöhnliche Zierpflanzen, die zum Beispiel zur Dekoration von Schlossräumen und herrschaftlichen Tafeln benötigt wurden.

Abb. 1: Nutzflächen für den Obst- und Gemüseanbau im »Plan vom Weißenstein«, Caspar Christoph Schaeffer, 1796, MHK

Auch Tierhaltung war ein Thema im Bergpark : Eine kleine Anzahl von Kühen wurde beispielsweise zur Milchgewinnung und Käseherstellung gehalten. In den Teichen südlich des Schlosses zog man Karpfen, Forellen und Schleie (siehe Abbildung 2). Auch wenn die parkeigenen Nahrungsmittel tatsächlich für die Speisen der Landgrafen verwertet wurden, reichte die Anzahl der Flächen und Tiere wohl kaum für die Versorgung des gesamten Hofes aus. Die Anlagen dienten somit wahrscheinich eher repräsentativen Zwecken und zur Gestaltung des Landschaftsbildes.

Abb.2: Fischteiche im Lageplan »Kassel-Wilhelmshöhe, Bestandsaufnahme« um 1778, MHK

Wer mehr über die ehemaligen Fischteiche im Bergpark Wilhelmshöhe erfahren möchte, kann an einer Sonderführung von Siegfried Hoss zum Welterbetag kommenden Sonntag teilnehmen:

Sonntag, 3. Juni 2018 • 10–11 Uhr
Fisch auf den Tisch

Kostenfreie Parkführung zum Welterbetag
Mit Siegfried Hoss
Treffpunkt: Kasse Schloss Wilhelmshöhe

Heute sind die Fische aus den Teichen verschwunden und von den Hofgärten sind lediglich die Streuobstwiesen geblieben. Die Äpfel aus den landgräflichen Obstwiesen werden aber in höfischer Tradition weiterhin zu Apfelsaft und einem exklusiven Apfelbrand verarbeitet. Beide Produkte, sowie Pflaumenbrand, Birnenbrand und Bergpark-Honig können in ausgewählten Museumsshops der MHK erworben werden.

Wie die Obstbrände den Weg in die Museumsshops finden, erfahren Sie in diesem kleinen Videobeitrag:

Dieser Beitrag und die Führung »Fisch auf den Tisch« sind Teil einer Veranstaltungsreihe zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 (ECHY), das unter dem Motto »Zu Tisch! Esskultur in Schlösser und Gärten«

Winterarbeiten im Staatspark Karlsaue

Auch in der Winterzeit gibt es in den Parks und Gärten der Museumslandschaft viel zu tun. Damit die historischen Anlagen im Frühjahr wieder ihre volle Pracht entfalten können, sind unsere Gärtner und Forstwirte im Einsatz: Laub wird von den Wiesen gesammelt, Bäume werden gefällt, Parkbänke und Papierkörbe repariert. Eine besondere Arbeit in den frostfreien Tagen ist der Rückschnitt von Sträuchern: Hierfür rücken unsere Mitarbeiter nicht mit großem, sondern – man staunt darüber – mit kleinem, wohlbekanntem Gerät aus: Der Gartenschere. Ihr Ziel ist es, die Sträucher so geschickt zu beschneiden, dass die Besucher am Ende gar nicht unterscheiden können, ob  hier der Mensch oder die Natur am Werk war.

Die Gartenschere sorgt für einen natürlichen Eindruck beim Strauchschnitt

Ein radikaler Rückschnitt der Sträucher wäre zwar möglich, würde aber das einheitliche Bild im Park stören, bis sich die Sträucher wieder erholt haben. Um den natürlichen Eindruck zu erhalten, sind deshalb große Sorgfalt und ein reicher Erfahrungsschatz nötig.

Sebastian Noll beim Strauchschnitt in der Karlsaue

Zudem stellen die extremen Wetterereignisse der letzten Jahre eine besondere Herausforderung für unsere Gärtner und Forstwirte dar – so auch der Januar 2018. Statt eines frostigen Winters herrschte Tauwetter mit viel Regen, das den Boden mit Wasser sättigte. Auf den Wiesen entstanden seenartige Landschaften und ein aufgeweichter Boden, auf dem sich die Bäume nur schwer gegen starke Böen, wie die des Sturmtiefs  »Friederike« am 18. Januar wehren konnten.

Umgestürzter Baum nach Sturmtief Friederike

Die Bilanz: ca. 25 Bäume sind dem Sturm zum Opfer gefallen. Darunter zwei über hundertfünfzig Jahre alte Eichen. Viel Arbeit also für unsere Mitarbeiter und im Herbst 2018 wird in zahlreichen Bereichen dann wieder nachgepflanzt.

Markus Viehmann bei Winterarbeiten in der Karlsaue

Ein Blog für alle – die MHK bloggt zusammen

Herzlich Willkommen auf dem neuen Blog der Museumslandschaft Hessen Kassel!

Mit dem Start des neuen Jahres werden wir hier nun regelmäßig Blogbeiträge posten, wo Sie mehr über uns und unsere Arbeit erfahren können. Dafür haben wir uns mit allen Sammlungen, Häusern, Parks und Kollegen der MHK zusammengetan und nach interessanten Themen für Sie gesucht. Regelmäßig tolle Neuigkeiten, Blicke hinter die Kulissen und interessante Details zu unserer Arbeit – sehen Sie selbst!