Bella Italia! Ein Reisetagebuch der MHK-Gartenabteilung

Teil I

Die Anreise

Am Samstag, den 11. September 2021 um 18:00 Uhr starten 30 Gärtner*innen und Lehrer*innen gut gelaunt mit einem Reisebus vom Schulhof der Kasseler Willy-Brandt-Schule in Richtung Italien.

Das Ziel ist die Toskana. Die Erasmus-Reise soll dem Austausch von Erfahrungen im Bereich von Lernmethoden, Pflanzenverwendung und -anzucht, Gartengestaltung und -pflege dienen. Neben diesem Austausch dient die Reise aber auch dem Kennenlernen und dem Ausloten von möglichen Kooperationen in der Gärtner*innenausbildung zwischen italienischen Gartenbaubetrieben und nordhessischen Unternehmen.

Von der MHK waren die Gärtnerin Sara Degli Angeli, die auch als hervorragende Übersetzerin tätig war, und die drei Gärtnermeister und Ausbilder Philipp Hankel, Alexander Geißler und Kai Lipphardt mit an Bord.

Nach einer langen Nacht ohne viel Schlaf in den engen Sitzen erreichten wir nach knapp 17 Stunden Fahrt ziemlich übermüdet unser Hotel in Viareggio. Das Wetter entschädigte uns mit 30 Grad für die lange Anreise. Der Sonntag stand zur freien Verfügung, einige erkundeten die Umgebung und den Pool am Hotel, andere gingen ans nahgelegene Meer.

Tag 1. Montag der 13.09.21

Heute hieß es um 7:00 Uhr frühstücken, denn bereits um 8:00 Uhr fuhren wir Richtung Carrara in das größte Abbaugebiet für Marmor in Italien.  Die erste Station war ein Marmor-Sägewerk. Dort wurde uns die Verarbeitung der Marmorblöcke, der Transport, der Schnitt und das Polieren der Platten gezeigt. Anschließend durften wir die Bildhauerwerkstatt auf dem gleichen Gelände besuchen.

Hier erhielten wir Einblicke, wie aus einem Stück Marmor mit viel Erfahrung, Geduld und künstlerischem Geschick Kunstschönheiten entstehen.

Anschließend fuhren wir mit dem Bus nach Fantiscritti. Dort befinden sich die meisten Marmorbrüche in der Umgebung von Carrara. Dem Busfahrer wurde auf den engen Straßen und Spitzkehren alles abverlangt. Die letzten 500m mussten wir zu Fuß zurücklegen. Oben am Berg angekommen, ging es mit Bullis durch einen engen, 600m langen Tunnel in den Berg hinein. Dort konnten wir uns ein Bild vom Marmorabbau Untertage machen. Es war sehr imposant dort die Dimensionen zu sehen und mit welchen Maschinen und Geräten der Marmor aus dem Stein geschnitten wird.

Zum Abschluss des sehr informativen Tages besuchten wir oben am Berg ein Freiluftmuseum, das uns den Marmorabbau vor Ort über seine historischen Anfänge bis heute näherbrachte.

Tag 2. Dienstag der 14.09.21

Heute ging es in ein ländliches Gebiet zu einem ökologisch geführten Weinberg in Riparbello. Wir wurden durch den 4,5 Hektar großen Weinberg geführt, der seit 1980 existiert.

Der Besitzer erläuterte uns die Düngung, Schnitttechniken, Bodenbearbeitung und die Ernte bis hin zum fertigen Wein. Da zu dem Weingut auch 100 Olivenbäume gehören, wurde nach der Führung zu unserer Freude nicht nur Wein, sondern auch Olivenöl verköstigt.

Gut gestärkt konnten wir uns dort am Nachmittag mit Hammer und Meißeln auch selbst als Bildhauer*innen versuchen. Schnell wurde uns klar, wie schwierig es doch ist den Stein nach seinen eigenen Vorstellungen zu formen. Umso mehr schätzen wir nun die Statuen bei uns in der Heimat im Kasseler Marmorbad! Trotz unserer bescheidenen künstlerischen Leistungen hatten wir alle großen Spaß. Anschließend kauften wir noch einige Kisten Wein und Olivenöl und traten die Rückfahrt zum Hotel an.

Das Wetter und der ständige Blick auf die sanfte Hügellandschaft der Toskana machten den Tag zu einem wunderschönen Erlebnis für uns alle.

Tag 3. Mittwoch der 15.09.21

Gleich am Vormittag fuhren wir in die größte Baumschule Europas in Pistoia. Nach unserer Ankunft erhielten wir einen Vortrag von Vertetern einer rennomierten Fachfirma über die neusten Entwicklungen im Bereich der computerbasierten Planung von Gärten. Danach trafen wir uns mit Lehrer*innen der Schule von Pistoia um uns über die unterschiedlichen Ausbildungssysteme auszutauschen. Ein duales System gibt es in Italien nicht.  Dort wird hauptsächlich theoretisch ausgebildet. Nur 220 Stunden Praxis im Betrieb benötigen die Auszubildenden bis zu ihrer Abschlussprüfung. Unser im Vergleich sehr praxisorientiertes Ausbildungssystem ist dabei auf großes Interesse gestoßen.

Nach einem leckeren Mittagessen in der Baumschule, wurden wir Corana-bedingt in drei Gruppen aufgeteilt. Wir fuhren mit Elektrofahrzeugen, die Ähnlichkeiten wie jene auf Golfplätzen hatten, zwei Stunden durch die Containerpflanzen und waren erschlagen von der Vielzahl der unterschiedlichsten Gehölze. Unseren Golfwagen fuhr der zweite Chef der Baumschule, der zu unserer Freude gut Deutsch sprach und so konnten wir ihn mit Fragen löchern. Hier hätten wir Gärtner*innen uns gerne noch länger aufgehalten.

 Zum Abschluss besichtigten wir noch eine große Schauhalle, in der von den einzelnen Pflanzen einige Exemplare für den Verkauf ausgestellt waren. Um eine Vorstellung von der Größe und der Arbeitsprozesse innerhalb der Anlage zu bekommen: jeden Tag verlassen zwischen 40 und 50 voll beladene LKW den Betrieb, es gibt 350 Gabelstapler und allein 6 Techniker, die für die automatisch gesteuerte Bewässerung zuständig sind. Hauptabnehmer sind in Europa, Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Ein großer Teil der Pflanzen wird auch in den Fernen Osten verschifft, z. B. nach Dubai oder die Vereinigten Emirate.

to be continued.....der zweite Teil des Reistagebuchs erscheint am 1. Dezember!

Tropenspaziergang im Bergpark

Wenn der Winter im Bergpark Wilhelmshöhe Einzug hält, öffnet das Gewächshaus seine Türen und empfängt Besucher mit einem Farbenmeer aus Orchideen, Palmen und Kamelien. Seit seiner Errichtung im Jahr 1822 überwintern hier Exoten wie die Bananenstaude, für die die übrigen Gewächshäuser zu klein wurden. Die kostbaren Pflanzen unter der filigranen Eisen-Glas-Konstruktion boten zudem einen repräsentativen Rahmen für den Empfang von Gästen.

Abb.: Innenansicht »Gewächshaus« im Bergpark Wilhelmshöhe, Foto Arno Hensmanns, MHK

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Der Bewohner der Pagode

Ganz unscheinbar steht sie im Bergpark, die kleine Pagode am Mulang. Die meisten werden das grazile runde Gebäude mit den acht roten Säulen und dem zeltförmigen Dach kennen. Umso neugieriger werden die Besucher des Bergparks, wenn die Pagode einmal geöffnet ist, denn kaum jemand weiß, was sich heute in ihr verbirgt.

Pagode im Mulang, Foto: Michael Wiedemann, MHK

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