Moderne Kunst neu erleben: Die Wiedereröffnung der Neuen Galerie I

Plakat „Moderne Kunst neu erleben“

Am 27. Januar 2018 ist es soweit: Nachdem die documenta 14 in der Neuen Galerie 2017 zu Gast war, eröffnen wir das Haus wieder und laden dazu ein, die Sammlung der Moderne neu zu entdecken.

Hinter den Kulissen: Die Kunst zieht ein

Weiße Wände, leere Räume: ein ungewohntes Bild in der Neuen Galerie. Nach dem Ende der documenta 14 ist das Haus bis auf die Rauminstallationen von Joseph Beuys und Ulrike Grossarth leer. Doch seit kurzem kommt wieder Bewegung in die Sammlung. Über mehrere Wochen hinweg werden die rund 360 Werke in der Dauerausstellung aus den Depots geholt und an die Wände gebracht, wie hier das „Porträt der Familie von Ditfurth“ (1829) von August von der Embde. Während viele Gemälde und Skulpturen an ihre vertrauten Plätze zurückkehren, wird auch Neues zu sehen sein.

Neue Galerie, Gang im OG

Ab Januar 2018: Das ist neu

50 Werke werden in der Dauerausstellung ergänzt. Bislang im Depot aufbewahrt oder in den letzten Jahren erworben, eröffnen sie frische Blicke auf die Sammlung. Zudem rücken neue Themen in den Fokus, etwa die französische Malerei des 19. Jahrhunderts mit Vertretern wie Gustave Courbet und Charles-François Daubigny. Ein weiterer Raum ist Kunstwerken der 1960er bis 1980er Jahre gewidmet, die sich mit Material und Bewegung beschäftigen. Nach aufwendiger Restaurierung wird darin ein kinetisches Objekt von Harry Kramer präsentiert. An anderer Stelle lassen ausgewählte Studien und Ölskizzen den Betrachter einen Blick über die Schulter der Künstler werfen und gewähren – sonst meist verborgene – Einblicke in den Schaffensprozess. Die jüngsten Erwerbungen sind Werke von Miriam Cahn, Nevin Aladağ, Susan Hiller und Edi Hila, die als Teil der documenta 14 in Kassel und Athen tausende Besucher begeistert haben. In der Neuen Galerie treten sie nun in einen spannungsvollen Dialog mit Werken vergangener documenta-Ausstellungen.

Hängung des Gemäldes „Porträt der Familie von Ditfurth“ (1829) von August von der Embde

Open House

Am 27. und 28. Januar 2018 wird die Neue Galerie zum „Open House“ mit freiem Eintritt und Programm für Jung und Alt – besuchen Sie uns und lassen Sie sich überraschen!

Mehr zu den Programmpunkten unter:

http://veranstaltungen.museum-kassel.de/kassel/eroeffnungswochenende-neue-galerie-e505287f6cbbda3b419978f41a165bfc3.html

2018 – Ein neues Jahr mit neuen Angeboten

Speisesaal im Schoss Wilhelmsthal

»Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen« oder wie es ursprünglich hieß: »Weil Speis und Trank in dieser Welt doch Leib und Seel‘ zusammenhält.«; so schrieb es Hinrich Hinsch im Libretto für das 1690 vom Komponisten Johann Philipp Förtsch erdachte Singspiel » Der irrende Ritter Don Quixotte de la Mancia«. Was immer das neue Jahr 2018 uns auch bringen mag, Essen und Trinken zählen zu den existentiellen Dingen unseres Lebens und strukturieren unseren Alltag. Darüber hinaus bestimmen Sie aber auch unser Veranstaltungsprogramm für 2018. Das neue Jahr steht bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) ganz unter dem Motto »Zu Tisch!«.

Die Schlösser, Museen und Parks der MHK bieten ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm rund um das Thema Essen und Trinken an. Dabei ist der Bogen weit gespannt: Vom Blick in die Schlossküche über kunstvolle Arrangements von Obst in den Stillleben der Gemäldegalerie bis hin zu Gärtnertipps und einem Baumschnittkurs in den landgräflichen Obstgärten. Bereits im Januar geht es mit einer Kinderzeit im Schloss Wilhelmshöhe los: »Der König trinkt! Das Bohnenfest«. Aber auch andere Standorte widmen sich dem Thema: Im Hessischen Landesmuseum wird ein Blick auf das Essen in der Steinzeit und die höfische Tischkultur in der Frühen Neuzeit geworfen. Die Schlösser Wilhelmsthal und der Weißensteinflügel von Schloss Wilhelmshöhe mit ihren Speisesälen und der historischen Küche gewähren neue Einblicke. Und in den Gärten der Museumslandschaft werden im Lauf des Jahres immer wieder Führungen zum Thema angeboten: »Die goldenen Äpfel der Karlsaue« oder »Wir haben unsere Insel zum Essen gern!« auf der Insel Siebenbergen sind nur zwei Beispiele.

Historische Küche in Schloss Wilhelmsthal

Höhepunkt des Themenjahres ist am 23. Juni das große Sommerfest an der Orangerie, dass natürlich auch im Zeichen des Mottos »Zu Tisch!« steht. Lassen Sie sich überraschen!

Die MHK beteiligt sich mit dem Themenjahr an der Aktion des Vereins der Schlösser und Gärten Deutschlands »Zu Tisch! Genießen in Schlösser und Gärten« im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres/ European Culture Heritage Year (ECHY).

Bei dieser Kooperation öffnen sich in über sechzig Schlössern, Klöstern und Gärten, historischen Originalschauplätzen wie Küchen, Speise- und Festsälen, Orangerien, Gewächshäusern, Nutzgärten, Vorratskellern, Weinkellern, Eiskellern, Refektorien oder Gebäuden der landwirtschaftlichen Infrastruktur die Türen. Ziel ist es die Vielfalt der europäischen Kultur zu zeigen, die eigene Kultur und ihre Geschichte besser kennen und schätzen zu lernen, was gleichzeitig zur Akzeptanz der kulturellen Identität Anderer beitragen kann.

Anlässlich des Themenjahres hat die Museumslandschaft Hessen Kassel ein Logo entwickelt, mit dem alle Veranstaltungen für eine bessere Auffindbarkeit gekennzeichnet werden. Zudem finden Sie auf unserer Homepage www.museum-kassel.de alle weiteren Informationen zu unseren Aktivitäten im Echy-Jahr.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!

Ein Blog für alle – die MHK bloggt zusammen

Herzlich Willkommen auf dem neuen Blog der Museumslandschaft Hessen Kassel!

Mit dem Start des neuen Jahres werden wir hier nun regelmäßig Blogbeiträge posten, wo Sie mehr über uns und unsere Arbeit erfahren können. Dafür haben wir uns mit allen Sammlungen, Häusern, Parks und Kollegen der MHK zusammengetan und nach interessanten Themen für Sie gesucht. Regelmäßig tolle Neuigkeiten, Blicke hinter die Kulissen und interessante Details zu unserer Arbeit – sehen Sie selbst!

Gehen Sie auf Zeitreise!

Das Hessische Landesmuseum Kassel lädt Besucher zu einem abwechslungsreichen, 2016 neugestalteten Rundgang durch 300.000 Jahre (nord-)hessische Landes- und Kulturgeschichte. Das markante Gebäude am Kasseler Brüder-Grimm-Platz wurde in den vergangenen Jahren nach Entwürfen des Büros HG Merz architekten museumsgestalter (Stuttgart, Berlin) umfassend modernisiert. Das Spektrum der Dauerausstellung reicht von den ersten Jägern und Sammlern über die Epoche der hessischen Landgrafen bis in die jüngste Vergangenheit. Auf drei Etagen lassen die Sa

mmlungen der Vor- und Frühgeschichte, Angewandten Kunst und Volkskunde die Geschichte der Region und ihrer Menschen wiederaufleben. Entdecken Sie beeindruckende Schätze von der Altsteinzeit bis zur Gegenwart, und tauchen Sie in die Lebenswelt Nordhessens ein!

Unter unseren Füßen
Von der Altsteinzeit bis ins frühe Mittelalter

Bronzedepotfund, Spätbronzezeit, 1000-800 v. Chr., MHK, Hessisches Landesmuseum, Sammlung Vor- und Frühgeschichte

Seit über 300.000 Jahren hinterlassen Menschen vielfältige Spuren auf hessischem Boden. Viele Entdeckungen und Entwicklungen veränderten ihre Lebensumstände dabei nachhaltig. Von den ersten groben Steinwerkzeugen, die unsere Vorfahren hier fertigten, bis zu den christlichen Missionaren war es jedoch ein langer Weg. Die Ausstellung zur Vor- und Frühgeschichte erzählt von einschneidenden Umbrüchen, wie etwa der Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht oder der Entdeckung der Metallverarbeitung. Die archäologischen Funde bieten einen Einblick in längst vergangene Lebenswelten: Sie berichten beispielsweise von der Technik der Faustkeilherstellung, zeigen, wie sich die wohlhabenden Damen der Bronzezeit schmückten, oder bezeugen, mit welchen Schwierigkeiten der Missionar Bonifatius zu kämpfen hatte.

Aus der Schatzkammer der Geschichte
Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert

Prunksäbel aus dem Besitz der Landgräfin Dorothea Wilhelmine, 1660-80, MHK, Hessisches Landesmuseum, Sammlung Angewandte Kunst

Vom 13. bis zum 19. Jahrhundert lenkte das Geschlecht der Landgrafen von Hessen die Geschicke der Region. Tiefgreifende Ereignisse wie die Reformation, der Dreißigjährige Krieg oder die Herrschaft Napoleons veränderten das Europa jener Zeit – und prägten auch Nordhessen maßgeblich. Ein vielschichtiges Bild dieser bewegten Jahrhunderte offenbaren die Exponate der Sammlung Angewandte Kunst. Kunstwerke aus Kirchen und Klöstern, aus Städten und Dörfern und vor allem aus dem Besitz der hessischen Landgrafen zeugen von der prachtvollen Hofkultur und dem Sammeleifer der Fürsten. So werden internationale Politik, aber auch der Alltag der Menschen zu neuem Leben erweckt.

Mitten im Leben
Vom 19. bis ins 21. Jahrhundert

Prunksäbel aus dem Besitz der Landgräfin Dorothea Wilhelmine, 1660-80, MHK, Hessisches Landesmuseum, Sammlung Angewandte Kunst

Seit dem 19. Jahrhundert bestimmt ein rasanter Wandel viele Bereiche des Lebens. So ersetzten Maschinen vielerorts die handwerkliche Produktion. Neue Verkehrs- und Kommunikationsmittel wie Eisenbahn und Telefon beschleunigten den Alltag der Menschen. Kriege und Gewaltherrschaft brachten Leid und Zerstörung, bevor im neu gegründeten Bundesland Hessen ein Neuanfang in Demokratie und Wohlstand gelang. Die Wiedervereinigung 1989/90 rückte Hessen schließlich wieder in die Mitte Deutschlands. Vielfältige Objekte aus der Sammlung Volkskunde erlauben Einblicke in das Ringen der Bürger um politische Mitsprache- und Freiheitsrechte oder veranschaulichen den Übergang vom Handwerk zur Industrie. Zeitzeugenberichte spiegeln den Alltag in Krieg und Nationalsozialismus wider und zeigen, was die Menschen der Region in der jüngeren Vergangenheit bewegte.

Wegpacken oder Ausstellen – DGV-Fachtagung, 7. bis 8. April 2017

Die Sammlung Volkskunde der Museumslandschaft Hessen Kassel lädt ein zur

23. Fachtagung der DGV-Kommission für Sachkulturforschung und Museum bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (Hessisches Landesmuseum in Kassel) vom 7. bis 8. April 2017

Wegpacken oder Ausstellen – Volkskundliche Sammlungen zwischen Abwicklung und Entwicklung

Volkskundliche bzw. alltagsgeschichtliche Sammlungen und Museen haben im großen Konzert der Kunst- und Kulturhistorischen Museen oft einen schweren Stand. Zu gewöhnlich erscheinen die Sammlungen, zu alltäglich die Objekte, zu lebensnah die erzählte Geschichte. Gleichzeitig aber berühren sie unmittelbar den Erfahrungshorizont ihrer Besucher, die Bezüge zur eigenen Lebenswelt herstellen können. So bieten sich gerade volkskundliche Präsentationen für partizipative Ausstellungsstrategien an. Auch zeigen Ausstellungskonzepte, die die Zuwanderungsgeschichte in ihre Themen integrieren, dass die Volkskunde in einer sich verändernden Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt.

Einige Sammlungen und Museen mit alltagsgeschichtlichem Schwerpunkt haben ihre Dauerausstellung überarbeitet und neue Wege der Präsentation und Vermittlung beschritten. Was haben sie anders gemacht als ihre Vorgänger? Welche Ideen leiteten sie dabei? Welche Rolle spielt dabei die Ausstellungsgestaltung?

Andere Sammlungen wurden weggepackt und der Öffentlichkeit entzogen. Manche Museen kämpfen um ihren Erhalt. Was passiert mit den eingelagerten Objekten? Welche Gründe haben zur Schließung von Museen geführt? Was muss getan werden, damit solche Beispiele nicht Schule machen? Wie kann man dem eigenen Haus die Relevanz verleihen, die es davor bewahrt?

Tagungsprogramm:

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Veranstalter:

Sammlung Volkskunde, Museumslandschaft Hessen Kassel

Kontakt und Organisation:

Dr. Martina Lüdicke, Almuth Kölsch M.A., Museumslandschaft Hessen Kassel, Postfach 410 420, 34066 Kassel, Tel.: 0561 31680 356, Mail: a.koelsch@museum-kassel.de

Tagungsort: 

Sonderausstellungsraum in Ebene 4
Hessisches Landesmuseum, Brüder-Grimm-Platz 5, 34117 Kassel
www.museum-kassel.de

Tagungsgebühr:

Studierende 20 €, dgv-Mitglieder 40 €, Gäste 60 €, Tageskarte 35 €

Anmeldeschluss: Die Tagung ist ausgebucht.

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Straßenbahn-/Bushaltestelle: Rathaus/Fünffensterstraße, Fußweg zum Hessischen Landesmuseum etwa 5 Minuten.

Vom ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe fahren die Straßenbahnlinien 1, 3 und 4 bis zur Haltestelle Rathaus/Fünffensterstraße.