Gehen Sie auf Zeitreise!

Das Hessische Landesmuseum Kassel lädt Besucher zu einem abwechslungsreichen, 2016 neugestalteten Rundgang durch 300.000 Jahre (nord-)hessische Landes- und Kulturgeschichte. Das markante Gebäude am Kasseler Brüder-Grimm-Platz wurde in den vergangenen Jahren nach Entwürfen des Büros HG Merz architekten museumsgestalter (Stuttgart, Berlin) umfassend modernisiert. Das Spektrum der Dauerausstellung reicht von den ersten Jägern und Sammlern über die Epoche der hessischen Landgrafen bis in die jüngste Vergangenheit. Auf drei Etagen lassen die Sa

mmlungen der Vor- und Frühgeschichte, Angewandten Kunst und Volkskunde die Geschichte der Region und ihrer Menschen wiederaufleben. Entdecken Sie beeindruckende Schätze von der Altsteinzeit bis zur Gegenwart, und tauchen Sie in die Lebenswelt Nordhessens ein!

Unter unseren Füßen
Von der Altsteinzeit bis ins frühe Mittelalter

Bronzedepotfund, Spätbronzezeit, 1000-800 v. Chr., MHK, Hessisches Landesmuseum, Sammlung Vor- und Frühgeschichte

Seit über 300.000 Jahren hinterlassen Menschen vielfältige Spuren auf hessischem Boden. Viele Entdeckungen und Entwicklungen veränderten ihre Lebensumstände dabei nachhaltig. Von den ersten groben Steinwerkzeugen, die unsere Vorfahren hier fertigten, bis zu den christlichen Missionaren war es jedoch ein langer Weg. Die Ausstellung zur Vor- und Frühgeschichte erzählt von einschneidenden Umbrüchen, wie etwa der Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht oder der Entdeckung der Metallverarbeitung. Die archäologischen Funde bieten einen Einblick in längst vergangene Lebenswelten: Sie berichten beispielsweise von der Technik der Faustkeilherstellung, zeigen, wie sich die wohlhabenden Damen der Bronzezeit schmückten, oder bezeugen, mit welchen Schwierigkeiten der Missionar Bonifatius zu kämpfen hatte.

Aus der Schatzkammer der Geschichte
Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert

Prunksäbel aus dem Besitz der Landgräfin Dorothea Wilhelmine, 1660-80, MHK, Hessisches Landesmuseum, Sammlung Angewandte Kunst

Vom 13. bis zum 19. Jahrhundert lenkte das Geschlecht der Landgrafen von Hessen die Geschicke der Region. Tiefgreifende Ereignisse wie die Reformation, der Dreißigjährige Krieg oder die Herrschaft Napoleons veränderten das Europa jener Zeit – und prägten auch Nordhessen maßgeblich. Ein vielschichtiges Bild dieser bewegten Jahrhunderte offenbaren die Exponate der Sammlung Angewandte Kunst. Kunstwerke aus Kirchen und Klöstern, aus Städten und Dörfern und vor allem aus dem Besitz der hessischen Landgrafen zeugen von der prachtvollen Hofkultur und dem Sammeleifer der Fürsten. So werden internationale Politik, aber auch der Alltag der Menschen zu neuem Leben erweckt.

Mitten im Leben
Vom 19. bis ins 21. Jahrhundert

Prunksäbel aus dem Besitz der Landgräfin Dorothea Wilhelmine, 1660-80, MHK, Hessisches Landesmuseum, Sammlung Angewandte Kunst

Seit dem 19. Jahrhundert bestimmt ein rasanter Wandel viele Bereiche des Lebens. So ersetzten Maschinen vielerorts die handwerkliche Produktion. Neue Verkehrs- und Kommunikationsmittel wie Eisenbahn und Telefon beschleunigten den Alltag der Menschen. Kriege und Gewaltherrschaft brachten Leid und Zerstörung, bevor im neu gegründeten Bundesland Hessen ein Neuanfang in Demokratie und Wohlstand gelang. Die Wiedervereinigung 1989/90 rückte Hessen schließlich wieder in die Mitte Deutschlands. Vielfältige Objekte aus der Sammlung Volkskunde erlauben Einblicke in das Ringen der Bürger um politische Mitsprache- und Freiheitsrechte oder veranschaulichen den Übergang vom Handwerk zur Industrie. Zeitzeugenberichte spiegeln den Alltag in Krieg und Nationalsozialismus wider und zeigen, was die Menschen der Region in der jüngeren Vergangenheit bewegte.

Wegpacken oder Ausstellen – DGV-Fachtagung, 7. bis 8. April 2017

Die Sammlung Volkskunde der Museumslandschaft Hessen Kassel lädt ein zur

23. Fachtagung der DGV-Kommission für Sachkulturforschung und Museum bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (Hessisches Landesmuseum in Kassel) vom 7. bis 8. April 2017

Wegpacken oder Ausstellen – Volkskundliche Sammlungen zwischen Abwicklung und Entwicklung

Volkskundliche bzw. alltagsgeschichtliche Sammlungen und Museen haben im großen Konzert der Kunst- und Kulturhistorischen Museen oft einen schweren Stand. Zu gewöhnlich erscheinen die Sammlungen, zu alltäglich die Objekte, zu lebensnah die erzählte Geschichte. Gleichzeitig aber berühren sie unmittelbar den Erfahrungshorizont ihrer Besucher, die Bezüge zur eigenen Lebenswelt herstellen können. So bieten sich gerade volkskundliche Präsentationen für partizipative Ausstellungsstrategien an. Auch zeigen Ausstellungskonzepte, die die Zuwanderungsgeschichte in ihre Themen integrieren, dass die Volkskunde in einer sich verändernden Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt.

Einige Sammlungen und Museen mit alltagsgeschichtlichem Schwerpunkt haben ihre Dauerausstellung überarbeitet und neue Wege der Präsentation und Vermittlung beschritten. Was haben sie anders gemacht als ihre Vorgänger? Welche Ideen leiteten sie dabei? Welche Rolle spielt dabei die Ausstellungsgestaltung?

Andere Sammlungen wurden weggepackt und der Öffentlichkeit entzogen. Manche Museen kämpfen um ihren Erhalt. Was passiert mit den eingelagerten Objekten? Welche Gründe haben zur Schließung von Museen geführt? Was muss getan werden, damit solche Beispiele nicht Schule machen? Wie kann man dem eigenen Haus die Relevanz verleihen, die es davor bewahrt?

Tagungsprogramm:

Programm_DGV_Tagung_KS

Veranstalter:

Sammlung Volkskunde, Museumslandschaft Hessen Kassel

Kontakt und Organisation:

Dr. Martina Lüdicke, Almuth Kölsch M.A., Museumslandschaft Hessen Kassel, Postfach 410 420, 34066 Kassel, Tel.: 0561 31680 356, Mail: a.koelsch@museum-kassel.de

Tagungsort: 

Sonderausstellungsraum in Ebene 4
Hessisches Landesmuseum, Brüder-Grimm-Platz 5, 34117 Kassel
www.museum-kassel.de

Tagungsgebühr:

Studierende 20 €, dgv-Mitglieder 40 €, Gäste 60 €, Tageskarte 35 €

Anmeldeschluss: Die Tagung ist ausgebucht.

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Straßenbahn-/Bushaltestelle: Rathaus/Fünffensterstraße, Fußweg zum Hessischen Landesmuseum etwa 5 Minuten.

Vom ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe fahren die Straßenbahnlinien 1, 3 und 4 bis zur Haltestelle Rathaus/Fünffensterstraße.

Das Hessische Landesmuseum eröffnet!

Es ist soweit: Mit einem großen Eröffnungswochenende werden heute und morgen die Tore zum neu gestalteten Hessischen Landesmuseum wieder für Sie geöffnet! Von 11 bis 18 Uhr erwartet Sie an beiden Tagen ein umfangreiches Programm. Der Eintritt ist frei!

Schauen Sie hier einmal hinter die Kulissen des Museums. Der Film zeigt, wie sich die Räume auf den drei Ebenen im Laufe der letzten Monate verändert haben. Durch die fleißige Arbeit unzähliger Hände präsentiert sich das Hessische Landesmuseum nun im neuen Glanz!

Unter unseren Füssen..

…sammelt sich im Laufe der Jahrtausende so manches. So wird auch unser Müll irgendwann zum archäologischen Objekt. Diese Besteckteile fanden sich beispielsweise bei Grabungen im Stiftsbezirk von Bad Hersfeld. Was dort aus unserer jüngeren Vergangenheit außerdem zutage kam, verraten wir Ihnen im Hessischen Landesmuseum.

Ein kunstseidener Traum

Etui für Feinstrümpfe

»Hochelastisch, haltbar und transparent«: Damen bewahrten ihre wohl gehegten Feinstrümpfe in den 1950/60er Jahren in Etuis wie diesem auf, gerade auf Reisen oder unterwegs. Sollte es dennoch zur gefürchteten Laufmasche kommen, so war hoffentlich eine Repassierwerkstatt in der Nähe, um die Feinstrümpfe schnell flicken zu lassen. Als die Strümpfe später erschwinglicher wurden, flickte niemand mehr – ganz zur Freude der Strumpfindustrie. Werfen Sie einen Blick in das Feinstrumpf-Etui –  im Hessischen Landesmuseum.